Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Winkelzugang: die Neigungsreserve

Eine geneigte Fläche oder ein Hinterschnitt wird erreichbar, wenn sich die Achse des Fräsers neigen darf. Die Neigungsreserve φmax sagt, wie weit: Bis zu diesem Winkel bleibt der Fräser in der Öffnung, ohne anderes Material des Teils zu berühren. Darüber stößt er an die Kante.

Ein Beispiel mit erfundenen Maßen: Eine Tasche ist 40 mm tief und 30 mm breit, ihr Innenradius beträgt 5 mm. Die Achse darf sich im Modell um 13,8° neigen. Verlangt die Zeichnung 20°, fehlen gut 6° an Reserve. Eine Öffnung ab 39,8 mm würde reichen, ebenso eine geringere Tiefe oder ein kleinerer Radius; alle drei Wege rechnet der Check vor.

Die Reserve wächst mit der Öffnung und schrumpft mit der Tiefe. Ein Radius wirkt in beide Richtungen: Ein kleinerer lässt mehr Neigung zu, verlangt aber einen schlankeren Fräser.

Rechenweg der Neigungsreserve Schnitt durch eine Tasche mit geneigtem Referenzfräser im Grenzfall. In der Öffnungsebene sind zwei Strecken eingetragen: der seitliche Versatz der Achse, t mal Tangens phi, und der halbe Fräserumriss, r durch Kosinus phi. Ihre Summe ist im Grenzfall die halbe Öffnung; daraus folgt die größte Neigung phi max. Reines Schema, frei erfunden. t·tan φ r / cos φ Mitte Beide Strecken zusammen füllen die halbe Öffnung: t·tan φ + r / cos φ = w / 2
Schema: Rechenweg der Neigungsreserve im Grenzfall; erfunden, nicht aus einer Lieferung.
Winkelzugang und Hinterschnitt-Nut Links ein Schnitt durch ein Teil mit schräger Wand: Die Fräserachse darf um einen Winkel phi kippen und erreicht die Fläche. Rechts ein Schnitt durch eine Nut, die hinter der Öffnung breiter wird: Hier entscheidet die Form des Fräsers über den Zugang, nicht die Neigung der Achse. Reines Schema, frei erfunden. Schrägfläche im Winkel φ erreichbar: die Achse darf kippen Hinterschnitt-Nut Zugang über die Form des Fräsers nicht über die Neigung
Schema: Schrägfläche erreichbar durch Neigung, Hinterschnitt-Nut durch Sonderform; erfunden, nicht aus einer Lieferung.

Eine Nut, die hinter einer schmalen Öffnung breiter wird, lässt sich nicht durch Kippen erreichen. Der Zugang führt über einen Fräser, dessen Kopf breiter ist als sein Schaft. Für diese Fälle rechnet der Check nichts: Er markiert die Zeile gelb und bittet darum, Nut, Tiefe und Öffnung in der Anfrage zu beschreiben.

Als Konstruktionsfrage bleibt ein allgemeiner Satz. Eine Sonderform schränkt ein, wie breit, tief und lang die Nut sein kann, und sie braucht Platz hinter der Öffnung. Wer die Nut stattdessen als Durchbruch oder als Stufe auf der Außenseite führen kann, spart sich die Frage. Eine Werkzeugliste gehört nicht auf diese Seite.

Zugang in Ansicht und Schnitt unterscheiden

In einer Außenansicht wirkt jede Fläche erreichbar, vor der nichts liegt. Erst der Schnitt zeigt die Wand dahinter: Eine Fläche, die frei aussieht, kann am Ende einer langen, schmalen Öffnung liegen. Prüfen Sie den Zugang deshalb immer im Schnitt durch die engste Stelle.

Bei Schrägflächen kommt eine zweite Ebene hinzu. Der Schnitt, in dem die Fläche geneigt erscheint, ist selten derselbe wie der durch die engste Stelle. Wer beide betrachtet, sieht, ob sich die Reserve in der einen Richtung verbraucht, während sie in der anderen noch groß ist.

  • Schnitt durch die engste Stelle
  • zweiter Schnitt in der Neigungsrichtung
  • Wand hinter der Fläche mitzeichnen
  • Radius am Boden eintragen
01

Teilen

Das Bauteil wird in zwei Teile zerlegt, die nach der Bearbeitung zusammengefügt werden. Die Fläche liegt dann offen. Dafür entsteht eine Fuge, die abgedichtet, verschraubt oder geschweißt werden muss.

02

Öffnen

Die Öffnung wird breiter oder die Wand dahinter niedriger. Das vergrößert die Reserve unmittelbar, verändert aber das Bauteil an der Stelle, an der es dicht oder steif sein soll.

03

Umlegen

Die Fläche wandert auf eine andere Seite des Teils, wo sie von außen zugänglich ist. Das ändert die Anordnung der Funktionen und ist die wirksamste, aber auch die weitreichendste Änderung.

Welche Maßnahme passt, entscheidet die Funktion des Teils, nicht der Check. Er zeigt, wie viel Reserve fehlt; was sich ändern lässt, wissen nur Sie.

  1. Reserve ablesen. Der Check nennt 13,8°; verlangt sind 20°. Es fehlen gut 6°.
  2. Hebel wählen. Öffnung ab 39,8 mm, Tiefe bis 26,5 mm oder ein deutlich kleinerer Radius lösen die Zeile jeweils allein.
  3. Funktion prüfen. Eine breitere Öffnung ändert die Wand, eine geringere Tiefe das Volumen. Nur die Konstruktion weiß, was davon verkraftbar ist.
  4. Neu rechnen. Die geänderte Zeile durchläuft den Check noch einmal. Erst wenn sie grün ist, geht sie in die Anfrage.

Der dritte Schritt ist der entscheidende, und er liegt außerhalb des Checks. Eine rechnerisch ideale Lösung, die das Teil unbrauchbar macht, hilft niemandem. Ist keine der Änderungen möglich, steht die Zeile im Anfragetext trotzdem: mit dem Satz, dass der Zugang nicht geklärt ist. Das Angebot beginnt dann dort.

Und danach: die Anfrage

Ist der Zugang geklärt, folgt die Beschreibung des Teils für das Angebot: Modell, Bezüge, Winkel und die übrigen Angaben. Der Check liefert dafür eine Zeile je Merkmal mit Maßen und Reserve, die Sie mit einem Klick in das Kontaktformular übernehmen.

  • Zugang im Check geprüft
  • Maße und Reserve im Anfragetext
  • Modell und Zeichnung mit gleicher Revision
  • Rückfragen vor dem Angebot, nicht danach

Häufige Fragen

Wenn es eine Richtung gibt, aus der ein Fräser die Fläche erreicht, ohne anderes Material des Teils zu berühren.

Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026

Zugang geklärt? Dann senden Sie Ihre Unterlagen.

Check-Ergebnis, Modell und Zeichnung reichen als Anfang. Was dann noch offen ist, klären wir vor dem Angebot.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de